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Dokumentation zu den ehemaligen Konzentrationslagern Osthofen und Hinzert und zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz

Da die Aktenüberlieferung zu den Konzentrationslagern Osthofen und Hinzert weitgehend zerstört ist und die überlieferten Fragmente auf unterschiedliche in- und ausländische Archive verstreut sind, ist das Zusammentragen von Quellen und Informationen zur Geschichte der beiden Lager und den dort inhaftierten Männern eines der Hauptanliegen unserer Arbeit. Seit 1996 werden Kopien aus verschiedenen Archiven, Fotos, Zeitzeugenberichte, zeitgenössische Zeitungsartikel und andere Quellen systematisch gesammelt, ausgewertet und archiviert.

Darüber hinaus sammelt das NS-Dokumentationszentrum private Fotos, persönliche Schrift- und Erinnerungsstücke, Briefe, Zeitzeugenberichte und Nachlässe mit Bezug zur NS-Zeit im Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz. Diese sogenannten „Ego-Dokumente“ vermitteln die Geschichte des Nationalsozialismus aus der unmittelbaren Sicht der Betroffenen und ihrer Nachfahren und stellen eine wertvolle Ergänzung zur staatlichen Überlieferung dar. Aufgrund der personellen und finanziellen Ausstattung des NS-Dokumentationszentrums erfolgt der Aufbau der Sammlung zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz schrittweise und themenbezogen.

Die Sammlung wird mit der Software FAUST 8 Professional verzeichnet und mit einem umfangreichen Thesaurus verschlagwortet. In unserem Lesesaal können Nutzerinnen und Nutzer nach Voranmeldung auf Wunsch selbst in den verschiedenen Datenbanken recherchieren.

Schriftgut
3682 Bündel mit Schriftstücken zum frühen KZ Osthofen, zum SS-Sonderlager/KZ Hinzert und zur NS-Zeit im heutigen Rheinland-Pfalz sind bisher verzeichnet worden und werden in 151 Archivschachteln aufbewahrt. Der Bestand hat sich in den letzten Jahren erfreulicherweise durch die Übernahme von privaten Sammlungen und Nachlässen deutlich vergrößert.

Beispiel: Die Sammlung Fücks
Karl Fücks forschte seit den frühen 1980er Jahren intensiv zur NS-Zeit in der Pfalz und führte zahlreiche Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Seine umfangreiche Sammlung, bestehend aus wertvollem Videomaterial, Flugblättern, Zeitungsausschnitten und Plakaten, hat er dem NS-Dokumentationszentrum zur Unterstützung der Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz übergeben. Die Materialien stehen Forscherinnen und Forschern zur Verfügung.

Fotosammlung
Derzeit sind im NS-Dokumentationszentrum 8150 Fotos digital und zu einem kleineren Anteil auch als Abzug vorhanden und in einer Datenbank verzeichnet. Das NS-Dokumentationszentrum besitzt nicht die Rechte an allen vorhandenen Fotos, kann aber gezielt ansprechendes Foto- und Dokumentenmaterial für Publikationen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz vorschlagen und den Anfragenden Auskunft zu den Rechteinhabern geben.

Medien und dreidimensionale Objekte
Der Bestand an digitalen und analogen Medien auf unterschiedlichsten Trägersystemen (DVD, CD, MD, VHS, Audiokassetten etc.) ist in den letzten Jahren stark gewachsen und die zeitintensive Erschließung dieser Quellen stellt das NS-Dokumentationszentrum vor neue Herausforderungen. Bereits grob erschlossen werden konnten 38 Audiokassetten mit Zeitzeugeninterviews, die in den 1980er Jahren mit ehemaligen Häftlingen des KZ Osthofen geführt wurden.
Darüber hinaus verfügt das NS-Dokumentationszentrum über eine kleine Sammlung mit musealen Gegenständen, die ebenfalls in einer Datenbank verzeichnet sind.

Mikrofilme und Mikrofiches
Das NS-Dokumentationszentrum besitzt 256 Mikrofilme, die Nutzerinnen und Nutzer des Archivs an einem Lesegerät einsehen können. Die Mikrofilme und -fiches enthalten viele regionale Zeitungen aus der NS-Zeit sowie die NS-Wochenzeitung „Der Stürmer“. Einen weiteren großer Bestand stellen verfilmte Akten zum SS-Sonderlager/KZ Hinzert des Archives Nationales du Grand-Duché de Luxembourg dar sowie personenbezogene Akten zu Häftlingen des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert aus dem ITS Arolsen, überliefert durch das National Archives Washington DC. Ein umfangreicher Bestand aus dem Bundesarchiv enthält Quellen zu osteuropäischen, meist polnischen Zwangsarbeitern, die während der Überprüfung auf „Eindeutschungsfähigkeit“ im SS-Sonderlager/KZ Hinzert festgehalten wurden. Zum Themenbereich „Verfolgung und Widerstand“ steht die Mikrofiche-Edition „Widerstand und Verfolgung in Hessen 1933 bis 1945. Die Verfahren vor dem Volksgerichtshof und den Oberlandesgerichten Darmstadt und Kassel“ zur Verfügung.

Ihre Hinweise sind wertvoll für uns!

Es ist uns ein großes Anliegen, unser Archiv weiter zu ergänzen und die gesammelten Quellen öffentlich zugänglich zu machen. Dabei sind Hinweise aus der Bevölkerung von größter Bedeutung. Informationen und Materialien zu den ehemaligen Häftlingen der Konzentrationslager Osthofen und Hinzert oder zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz sind deshalb sehr willkommen. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Bibliothek

Die Präsenzbibliothek des NS-Dokumentationszentrums steht Besucherinnen und Besuchern nach Voranmeldung offen. Sie umfasst rund 5800 Herausgeber- und Verfasserwerke sowie ca. 3330 Zeitschriften. Außerdem sind fast 7000 Einzelbeiträge verzeichnet. Im Lesesaal kann in einer Datenbank nach Personen, Orten oder Sachbegriffen recherchiert werden. Themenschwerpunkte sind die NS-Zeit und ihre Vor- und Nachgeschichte auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz sowie die Biographien der ehemaligen Häftlinge der Konzentrationslager Osthofen und Hinzert. Neben Grundlagenwerken enthält die Bibliothek auch schwer erhältliche kleinere Schriften, Aufsätze und graue Literatur.

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