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Jüdische Haftlinge

Unter den etwa 1850 Schutzhäftlingen des Konzentrationslagers Osthofen, deren Namen heute bekannt sind, befanden sich mindestens 146 Juden. Viele von ihnen waren zunächst wegen politischer, gegen das NS-Regime gerichteter Aktivitäten verhaftet worden. Ab August 1933 forderte der hessische Landespolizeipräsiden Dr. Werner Best durch die Staatspressestelle öffentlich dazu auf, Juden, „die die gebotene Zurückhaltung außer Acht lassen“, in Schutzhaft zu nehmen und nach Osthofen zu überstellen. Die stereotypen Anklagen lauteten „Rassenschande“ (verbotene Beziehungen mit Nicht-Juden) und „unsoziales Verhalten“. Im Vergleich zu ihren Mithäftlingen wurden die jüdischen KZ-Insassen besonders schlecht behandelt, häufiger gedemütigt, geschlagen und auf andere Weise misshandelt. Bereits bei Errichtung des KZ Osthofen wurden jüdische Geschäftsleute in großem Umfang zum Unterhalt und zur Finanzierung des Lagers herangezogen: Die Lagerwache beschlagnahmte ohne jegliche rechtliche Grundlage Transportfahrzeuge, Decken, Arbeitskleidung und verschiedene Einrichtungsgegenstände bei jüdischen Geschäftsleuten. Familienangehörige von jüdischen Häftlingen oder diese Häftlinge selbst mussten Nahrungsmittel oder Wein „stiften“, um freigelassen zu werden.

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