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Zwangsarbeit

Zwangsarbeit war während der Kriegsjahre im “Dritten Reich” allgegenwärtig und beschränkte sich nicht auf die Rüstungsindustrie. Auch im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz wurde die Kriegswirtschaft mit Hilfe von vielen Tausenden von Zwangsarbeitskräften in Gang gehalten. Ein Beispiel: Allein in Ludwigshafen waren 1942 bereits rd. 20.000 Ausländer registriert, von denen ca. 14.000 in den Chemiewerken der I.G. Farbenindustrie arbeiteten.

Zwangsarbeit

Zwangsarbeit war während der Kriegsjahre im "Dritten Reich" allgegenwärtig und beschränkte sich nicht auf die Rüstungsindustrie. "Fremdarbeiter" und "Fremdarbeiterinnen" waren in allen Groß-, Mittel- und Kleinbetrieben, im Handwerk und im Gastgewerbe, in der Landwirtschaft, in Privathaushalten, in Staatsbetrieben und in kommunalen Verwaltungen in allen Regionen Deutschlands in Stadt und Land zu finden.

Während sich ein geringer Teil der Arbeitskräfte in der ersten Zeit noch freiwillig hatte anwerben lassen, nahmen die zwangsweisen Rekrutierungen bis hin zu gewaltsamen Deportationen mit dem Fortschreiten des Krieges immer mehr zu.

Je nach ihrem Herkunftsland waren die ausländischen Männer und Frauen einem abgestuften System von Diskriminierungen, Verboten und Vorschriften unterworfen, das seine Wurzeln in dem menschenverachtenden, rassistischen Denken der nationalsozialistischen Herrscher hatte. Am härtesten waren die Lebensbedingungen für die sogenannten "Untermenschen" aus den osteuropäischen Ländern. Doch auch wenn "Westarbeiter" etwas besser behandelt und ernährt wurden, war allen ausländischen Arbeitskräften in Deutschland während des Krieges eines gemeinsam: Sie waren in ihrer persönlichen Freiheit stark eingeschränkt, durften ihren Arbeitsplatz nicht verlassen, lebten zum großen Teil unter unzumutbaren Bedingungen in Lagern und wurden bereits wegen geringer Verstöße gegen die rassistischen, strengen Ausländerbestimmungen drastisch bestraft. Sie alle waren daher "Zwangsarbeiter".

Auch im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz wurde die Kriegswirtschaft mit Hilfe von vielen Tausenden von Zwangsarbeitskräften aus fast allen europäischen Ländern in Gang gehalten. Im September 1944 zählte man in den heute zu Rheinland-Pfalz gehörenden Gebieten der Gauarbeitsamtsbezirke Moselland (ohne Luxemburg), Westmark (ohne Lothringen und heutiges Saarland) und Rhein-Main (hiervon die Arbeitsamtsbezirke Mainz, Niederlahnstein und Worms) über 131.000 Ausländerinnen und Ausländer, darunter über 54.000 "Ostarbeiter". Allein in dem Industriezentrum Ludwigshafen waren Ende 1943 mehr als 20.000 Ausländer registriert, von denen ein großer Teil in den Chemiewerken der I.G. Farbenindustrie beschäftigt war.

Autorin: Hedwig Brüchert

Foto: Unternehmensarchiv der BASF AG, Ludwigshafen

Weiterführende Literatur

Ausgewählte Literatur zur Zwangsarbeit auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz zum Download