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Karl August Kipp

Karl August Kipp
Karl August Kipp

1911 in Oppenheim geboren, verließ der gelernte Schlosser im Alter von 20 Jahren seine Heimatstadt um in Spanisch-Marokko sein Glück zu suchen. Im Mai 1933 kehrte er nach Oppenheim zurück und trat dort alsbald der SS bei. Sein früherer Freund und Schulkamerad, der Kommunist Josef Engmann aus Nierstein, stellte ihn deswegen zur Rede und klärte ihn über die politische Situation in Nazideutschland auf. Kipp erklärte sich sofort bereit, die kleine Widerstandsgruppe um den Oppenheimer Juden Emil Löw zu unterstützen, der auch Engmann selbst sowie mindestens drei weitere Kommunisten aus Oppenheim angehörten. Das antinazistische Material, das in Oppenheim sowie in den Rüsselsheimer Opelwerken verteilt wurde, bezog die Gruppe von Löw. Schnell kam man überein, die Schreibmaschine sowie die belastenden Materialien in der Wohnung Kipps zu verstecken, da es bei dem nominellen SS-Mitglied am sichersten aufgehoben sei. Auch aus diesen Gründen riet die Widerstandsorganisation Kipp davon ab, sofort wieder aus der SS auszutreten. Im Gegenteil, er sollte als Wachmann des KZ Osthofen versuchen, Informationen über die dortigen Zustände zu erlangen und den Insassen ihr Los so gut es ginge zu erleichtern. Kipp meldete sich im Februar 1934 für den Wachdienst in Osthofen. Der 22-Jährige war allerdings schnell desillusioniert, real sah er wenig Möglichkeit, den Häftlingen zu helfen. Stattdessen geriet er selbst in Gefahr, sein Verhalten gegenüber den Insassen fiel der Lagerleitung auf. Er verließ deswegen Oppenheim in Richtung Sachsen und trat in Chemnitz aus der SS aus. Danach kehrte er sogleich in seine Heimatstadt zurück und setzte dort seine Widerstandstätigkeit fort. Nach der Emigration Löws nach Mailand, im April 1938, stellte die Gruppe ihre antinazistischen Aktivitäten ein. Nach dem Krieg trat Kipp der KPD bei und beantragte die Einleitung eines Spruchkammerverfahrens gegen sich selbst. Er wurde als nicht schuldig eingestuft. Kipp gehörte vom 1. Dezember 1948 bis zum Verbot der KPD im August 1956 für seine Partei dem Oppenheimer Stadtrat an. Er verstarb am 5. Dezember 1959 im Alter von nur 48 Jahren in Mainz.