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Lager Aulenbach

Direkt unter der Aufsicht der Wehrmacht befand sich das „Lager Aulenbach“ in der Nähe des Truppenübungsplatzes, auf dem Soldaten militärisch geschult wurden. Die etwa 300 sowjetischen Kriegsgefangenen wurden für Bahn- oder Straßenbauarbeiten, im Munitions­depot oder beim Entladen von Munitionszügen, die in Ruschberg ankamen, eingesetzt. Auch Vorbereitungen für den Abschuss der mobilen „Vergeltungswaffen“ V1 und V2 fan­den auf dem Truppenübungsplatz statt. Die Bevölkerung beobachte immer wieder, dass ausgemergelte Gefangene zusammenbrachen, Tote liegenblieben oder neu ankommende Kriegsgefangene vom Bahnhof durch den Ort zum Barackenlager getrieben wurden. Wenn sie am Bahnhof eingesetzt wurden, erhielten sie auch ihre Mahlzeit dort: „eine dünne Suppe, welche der Mittagszug mitbrachte. Oft genug war es den Gefangenen nicht einmal möglich, die se Suppe einzunehmen, weil die Wachsoldaten offenbar Spaß daran fanden, die Teller umzustoßen“ (ein Anwohner). Sie glichen einem „wandelnden Leichenzug“, trugen zerrissene Uniformen und hatten z.T. nur Lappen um ihre Füße gewickelt. Schläge gab es auch, wenn die Grußpflicht Deutschen gegenüber nicht eingehalten wurde. Sah man sie Felsbrocken lockern und zerkleinern hielten das die Ruschberger für Schikane-Be­schäftigung, deren Härte viele der ausgehungerten Männer mit dem Tod bezahlten. 1949 kam in einem Prozess zur Sprache, dass in der Nähe des Lagers 900 ehemalige so­wjetische Kriegsgefangene beerdigt seien. Daraufhin wurden 182 Gräber gefunden, jedoch nicht nachgeprüft, wie viele Tote tatsächlich dort lagen.

Dokument: Aktennotiz 1949 über Grabbesichtigung