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Landarbeiter in Ruschberg

Ferner etwa wurde joseph Chacier zu Johann Lamberti verlegt, der einen größeren Betrieb führte als Jakob Roos, wo Joseph zuerst arbeitete. Er half Ross danbach noch freiwillig bei einzelnen Arbeiten, z. B. als eine Kuh kalbte.

Französische Kriegsgefangene in Ruschberg bei Baumholder

Kriegsgefangene in Ruschberg: Joseph Chacier bei der Feldarbeit.

Im August 1940 kamen die ersten Kriegsgefangenen in die 750 Seelen-Gemeinde Ruschberg. Ihre Verteilung unternahm der Ortsbauernführer. Höfe, von denen Bauern oder ihre Söhne Soldaten geworden waren, erhielten eine Arbeitskraft - mit einer Ausnahme: der Hof des Ortsbauernführers. Hier schlief der Kriegsgefangene auch im Haus. Die Ge­fangenen übernahmen oftmals die Hauptarbeit auf den Höfen. Sie arbeiten von Sonnenauf- bis -untergang, in der Dreschzeit auch darüber hinaus. Auf den Wegen von und zu ihrer Unterkunft in einer Turnhalle im Nachbarort Reichenbach sollten sie eigentlich begleitet werden, doch das erwies sich als kaum durchführbar. Man kennzeichnete ihre Uniformen auf der Jacke oder den Hosenbeinen mit den Buchstaben „KG“, um eine Flucht zu er­schweren. Später wurden sie im Ort selbst, im Saal einer Gastwirtschaft untergebracht. Pritschen oder Matratzen gab es nicht, die Gefangenen zimmerten sich selbst Betten. Zwei Wachmänner, die ihre Befehle von der Wehrmacht erhielten, waren für ihre Überwachung abgestellt. Wie streng sie ihre Befehle nahmen, war zu einem erheblichen Teil ihnen selbst überlassen. Doch es gab im Ort auch Denunzianten, die weitergaben, wenn die Gefange­nen beispielsweise am Tisch mit der Familie aßen. Die Franzosen erhielten Päckchen über das Rote Kreuz von zu Hause mit Nahrungsmitteln, die in Deutschland nicht mehr leicht zu bekommen waren. Durch die große Abhängigkeit der Bauern von der Arbeitsleistung der Kriegsgefangenen sorgten die Familien in der Re­gel für eine ausreichende Ernährung. Einige der Gefangenen durften selbst Tabak ziehen, andere hielten Kaninchen auf dem Hof ihres Arbeitgebers. Es kam zu Freundschaften, be­sonders wenn die Familien keine „guten Nazis“ waren. Andereseits gehörte zum Umgang mit den Kriegsgefangenen auch „eine Tracht Prügel“, was geschah, als sich einer der Fran­zosen „widerspenstig“ verhielt.