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Umgang mit Kriegsgefangenen

"Bei der Verpflegung der bolschewistischen Gefangenen sind wir im gegensatz zur Verpflegung anderer Gefangenen an keine internationalen Verpflichtungen gebunden. Ihre Verpflegung kann sich daher nur nach den Arbeitsleistungen für uns richten."
Zitat aus einer Aufzeichnung des Generalmajors Hans Nagel

Umgang mit Kriegsgefangenen

Die Bevölkerung wurde wiederholt informiert, wie sie sich den Kriegsgefangenen gegen­über zu verhalten habe. „Kriegsgefangene sind und bleiben Feinde“. Deutlich wurde dabei zwischen Kriegsgefangenen aus westlichen Staaten und solchen aus Osteuropa unterschie­den. Italienische Soldaten, die nach dem Rücktritt Mussolinis 1943 gefangengenommen wurden, wurden als „Militärinternierte“ zur Arbeit eingesetzt, um die faschistische Satel­litenregierung in Norditalien (Salò-Regierung) nicht in Schwierigkeiten zu bringen. Doch propagandistisch wurde die italienische Armee für die Niederlagen auch in Stalingrad ver­antwortlich gemacht.

Versorgung

Die Versorgung der Kriegsgefangenen war durch zahllose Vorschriften und Erlasse gere­gelt, die Ausstattung der Unterkünfte, Kleidung, Ernährung und Gesundheitsversorgung betrafen. Trotzdem fehlten in einigen Lagern die grundlegendsten Dinge - ein Eßnapf, ein Löffel oder Heizung. Mancherorts konnten sich die Betroffenen mit Holzabfällen selbst behelfen. Im Stalag in Trier wurde zeitweise sogar Kinderspielzeug gebastelt und gegen Nahrungsmittel oder Tabak eingetauscht. Je nach Herkunft der Kriegsgefangenen unterschied sich die Zuteilung von Kleidung und Bezahlung. Der Lohn, den die Arbeitgeber zahlen mussten, wurde zum Großteil an die Wehrmacht überwiesen. Die Kriegsgefangenen selbst erhielten eine Art Taschen­geld, das kaum für Tabak ausreichte. Sogar die Nahrungsmittelrationen orientierten sich an den Kriterien der Rassenpolitik. Unzureichend war die Ernährung besonders dort, wo die Kriegsgefangenen in großen Lagern untergebracht waren und mit Andauern des Krieges verschärfte sich die Situation. Hunger war ständiger Begleiter all derjenigen unter ihnen, denen der Schutz des Genfer Abkommens versagt wurde und die daher keine Zusatznah­rung durch das Rote Kreuz erhielten. Im Jahr 1944 wurde - z.B. in den Stalags Forbach und Trier - „zur Hebung der Gesundheit und Leistung“ die Rationen der am schlechtesten er­nährten Gefangenen angehoben. Zu den Stalags gehörten dürftig ausgerüstete Lazarettlager. Durch Mangelernährung und unzureichende Hygiene waren die Kriegsgefangenen sehr anfällig für alle typischen Man­gelerkrankungen, Fleckfieber, Durchfallerkrankungen und Tuberkulose. Viele der Er­krankten starben an diesen Krankheiten.