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Die Gaue der NSDAP

Josef Bürckel, geb. am 30. März 1895 in Lingenfeld/Pfalz, 1944 Tod (vermutlich) durch Selbstmord. Foto: Stadtarchiv Neustadt/Weinstraße
Gustav Simon, geb. am 2. August 1900. Foto: Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz
Jakob Sprenger, geb. am 24. Juli 1884. Foto: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt

Der Gau Saarpfalz war 1935 durch den nach der Volksabstimmung erfolgten Anschluss des Gaues Saarland an den Gau Rheinpfalz entstanden und führte bis 1937 zunächst die Bezeichnung Gau Pfalz-Saar. 1940 wurde er um lothringische Gebiete erweitert und hieß Gau Westmark. Gauleiter war bis zu seinem Tod 1944 Josef Bürckel. 1925 war er der NSDAP beigetreten, 1926 wurde er zum Gauleiter des Gaues Rhein-Pfalz gewählt. 1938 wurde er Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Reich, ab 1939 war er außerdem Reichsstatthalter in Österreich, ab 1940 Chef der Zivilverwaltung in Lothringen sowie ab 1941 Reichsstatthalter in der Westmark. Ihm folgte 1944 Willi Stöhr.

Der Gau Koblenz-Trier entstand 1931 durch Teilung des Gaues Rheinland-Süd in die Gaue Köln-Aachen und Koblenz-Trier. Gustav Simon wurde Gauleiter von Koblenz-Trier. 1925 war er der NSDAP beigetreten und gründete die Ortsgruppe Hermeskeil. Vom 1. Juni 1931 bis 1945 war er Gauleiter Koblenz-Trier (Moselland), ab 1940 Chef der Zivilverwaltung in Luxemburg. Januar 1941 erhielt der Gau die Bezeichnung Moselland und wurde mit dem de facto annektierten Großherzogtum Luxemburg verschmolzen. Staatsrechtlich wurde die Annexion  Luxemburgs, des Elsass und Lothringens noch nicht vollzogen. In der Herrschaftspraxis wurden die Gebiete allerdings als "heim ins Reich" zurückgekehrte Regionen betrachtet.

Der Gau Hessen-Nassau entstand nach der Auflösung und Fusion der Gaue Hessen-Darmstadt und Hessen-Nassau-Süd. Jakob Sprenger leitete bis 1945 den Gau. Er war bereits 1922 der NSDAP beigetreten, 1925 war er Leiter der Ortsgruppe der NSDAP Frankfurt, danach Bezirksleiter von Hessen-Nassau-Süd. 1927 wurde er Gauleiter von Hessen-Nassau-Süd. Seit 1933 war er Reichsstatthalter in Hessen und Chef der hessischen Landesregierung. Im September 1939 wurde er Reichsverteidigungskommissar im Wehrkreis XII (Wiesbaden). Ab 1944 wurde er zudem noch Oberpräsident der Provinz Nassau. Am 8. April 1945 beging er in Kössen/Tirol Selbstmord.

 


Die folgenden Karten wurden im Rahmen der Erarbeitung unserer Dauerausstellung im NS-Dokumentationszentrum Osthofen vom Landesamt für Vermessung und Geobasisinformationen Rheinland-Pfalz erstellt.

Reichsgaue im Westen 1934

Reichsgaue im Westen 1939

Reichsgaue im Westen 1943

Literatur: Franz Maier: Biographisches Organsiationshandbuch der NSDAP und ihrer Gliederungen im Gebiet des heutigen Landes Rheinland-Pfalz. Veröffentlichung der Kommission des Landtages für die Geschichte des Landes Rheinland-Pfalz, Band 28. Im Auftrage der Kommission des Landtages herausgegeben bei der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz von Heinz-Günther Borck unter Mitarbeit von Beate Dorfey und Andrea Grosche-Bulla. Mainz/Zarrentin 2007; Landeszentrale für politsche Bildung (Hg.): Verfolgung und Widerstand in Rheinland-Pfalz 1933 - 1945. Bd. 1: Gedenkstätte KZ Osthofen - Ausstellungskatalog, Mainz 2008